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Wie man sich vor Datenschutzverletzung schützt.

Vereine untergliedern sich in ca. 600.000 eingetragene Vereine und ca. 2.000.000 (geschätzt) nicht eingetragene bzw. nicht rechtsfähige Vereine. Ca. die Hälfte der eingetragenen Vereine, überwiegend Sportvereine  sind in Verbänden organisiert und können hier zum Thema Datenschutz Beratung, Unterstützung und Orientierung anfordern. Die anderen nicht in Verbänden organisierten Vereine sind einerseits hilflos bzw. überfordert und wissen sich allenfalls nur auf autodidaktische Weise zu helfen oder bedienen sich kostenpflichtiger juristischer Hilfe.

 

Insofern sind wohl die meisten Vereine bzw. Vereinsverantwortlichen einer nicht einzuschätzenden Bedrohungslage ausgesetzt. Die Vereine, welche sich mit Vereinssoftware ausgestattet haben, Web- und Blogseiten sowie Newsletter-Service, Communities oder Öffentlichkeitsarbeit mit Bild betreiben, sind besonders gefährdet, da sie meistens von Dritten wie Photographen (u.a. auch Smartphone-Besitzer), Berater, Softwareunternehmen, Webdienstleistern oder Veranstaltern abhängig sind, ohne zu wissen, ob deren Dienstleistung oder Mitwirkung die erforderliche Rechtskonformität in Punkto Datenschutz sicher leisten kann. Das indiziert einerseits eine allgemeine Unsicherheit , nicht zuletzt, weil man auch eine Abmahnwelle fürchtet, bzw. findet gar keine Beachtung.

 

Auch fragt man sich, was mit via Google &Co. veröffentlichten und indizierten Daten oder etwa verwaisten Daten geschieht, zu welchem man auch künftig keinen Zugang hat. Denn man kennt auch die Methoden nicht, mit welchen die eigenen Datenschutzverletzungen aufgespürt werden.

 

Mehr Rechtsklarheit wäre gefragt seitens der Gesetzgebung. Auch wären  eindeutige Verfahrensanweisungen mit weitgehend verbindlichen Mustern von amtlicher Seite wünschenswert, statt Downloadanbietern verbunden mit E-Mail-Marketing den Markt zu öffnen. Die Verweise auf juristischen Rat werden wohl wegen der Kosten meistens ignoriert. Insofern wird auch denen das Leben schwer gemacht, welche den Schutz verdienen.

 

Unklarheit z. B. besteht beim Recht am eigenen Bild, und zwar schon vor Betätigung des Auslösers, insbesondere bei komplexen Fragen zum demnächst ausgesetzten Bildrecht sowie zum Abwägen eines ´berechtigten Interesses´ im Rahmen der öffentlichen Meinungsbildung durch die Presse, des Weiteren bei der Abfrage der Religionszugehörigkeit in Aufnahmeanträgen und Namensnennung z. B. auf Diakonie-Wartelisten, bei der Datenschutzbelehrung und bei der Öffentlichkeitsarbeit, etc., insofern wohl immer erst eine Zweckrelevanz nachgewiesen werden muss, ob Datenschutz relevant ist.

 

Scheint es jetzt geboten, bei Vereins-Veranstaltungen eine Freigabe des eigenen Bildes einzuholen bzw. abzuzgeben oder gar die Veranstaltungsteilnahme von der Freigabe des eigenen Bildes abhängig zu machen, während man aufmerksamkeitshalber gleichzeitig darauf hinweist, das Google Tracking auszuschalten.

 

Fazit: Fast alle Vereine brauchen Unterstützung und Probleme gibt es überall. Mit einer Datenschutzklausel auf der Webseite ist es auch nicht getan. Letztendlich hilft nur eine Vermögens- und Schadenhaftpflicht, um einen Verein u.a. auch vor Abmahnkosten zu schützen. Ansonsten wäre auf § 31a ´Haftung von Organmitgliedern und besonderen Vertretern´ zu verweisen.

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